Quantentechnologien

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Beispielhafte Co-Integration von Ionenfallen auf Photonendetektoren mit Mikroelektronik-Auslesung

Die zweite Quantenrevolution kündigt einen Paradigmenwechsel in Bereichen der Sensorik, Metrologie und dem Computing an. Nachdem die ersten Anwendungen quantenmechanischer Effekte (Laser, Transistoren und andere) bereits fundamentale Veränderungen für weite Teile der Gesellschaft gebracht haben, wird die Erzeugung, Manipulation und Detektion von Quantenzuständen in komplexen Systemen vollkommen neuartige Anwendungen ermöglichen. Hierzu zählen hochpräzise Messgeräte (Atomuhren, Quantenmagnetfeldmessgeräte, etc.), Verschlüsselung unter Ausnutzung quantenmechanischer Verschränkung (v.a. QuantumKeyDistribution) und quantenmechanische Informationsverarbeitung (Quantencomputer).

Photonen stellen einen Sonderfall für diese Anwendungen dar. Sie können sowohl als Informationseinheit (Qubit für photonische Quantencomputer) als auch als Informationsvermittler in Netzwerken zwischen Knotenpunkten und in der Auslesung von anderen Quantencomputern (Neutralatom-QC, Ionenfallen-QC) dienen. Hierbei wird die geringe Interaktion mit der Umgebung und den dadurch entstehenden langen Kohärenzzeiten ausgenutzt. Sie bieten damit einen Mehrwert für eine Vielzahl von Quantenanwendungen.

Die Eigenschaften von Photonen können spezifisch verändert werden, sodass Licht in konkreten Wellenlängen, mit kontrollierter Polarisation und präziser Zeitauflösung vorliegt. Nach der Erzeugung einzelner Photonen können diese verschränkt, manipuliert und zur Auswertung gefiltert auf Detektoren gelenkt werden. Einzelphotonendetektoren bieten dabei die Möglichkeit diese einzelnen Quanta mit hoher zeitlicher und örtlicher Auflösung wahrzunehmen und dienen daher als fundamentales Element für Quantenanwendungen. Seriengefertigte Produkte werden dazu für erste Demonstratoren eingesetzt. Um die Kosteneffizienz und Skalierbarkeit zukünftiger Sensoren und Quantencomputer zu gewährleisten, sind integrierbare Einzelphotonendetektoren unerlässlich. Das Fraunhofer IMS bietet hierbei einzigartige Vorteile, indem es zukunftsweisende Quantenlösungen mit industrietauglichen Technologien für integrierte Detektion und Photonik realisiert.

Am Fraunhofer IMS bieten wir das Design und die Fertigungsmöglichkeiten für die Detektion einzelner Photonen in Arrangements von einzelnen Pixeln bis hin zu großen Detektionsarrays an. Es entstehen robuste Einzelphotonendetektoren (SPAD: Single Photon Avalanche Diode) mit herausragenden Eigenschaften, wie eine hohe Photonendetektionseffizienz (PDE), geringes Eigenrauschen (DCR / Dunkelzählrate), was keiner Kühlung bedarf, sowie ihre hohe Adaptierfähigkeit, um neue Applikationen zu ermöglichen. 

Durch die Einbettung in photonisch integrierte Schaltkreise (PICs) können diese mechanisch und thermisch stabil um weitere Funktionalitäten erweitert und individuell adressiert werden. Durch diese Eigenschaften bilden SPADs die idealen Detektoreinheiten, um bei einfacher Integration in Ihren Systemen die nächste bahnbrechende Entwicklung zu ermöglichen.

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Bausteine für Quantenanwendungen am Fraunhofer IMS

Auf einen Blick

Kundenvorteile

  • Effiziente Einzelphotonendetektion 
  • Post-CMOS Integration mit Steuerelektronik (ASIC) und PIC
  • Skalierbare Detektorlösungen von Einzelpixeln bis zu Arrays 
  • Digitalisierte Sensorausgabe

Technologien

Anwendungen

  • Quantencomputing mittels Photonen, Ionen, Neutralatome und weitere
  • Hochauflösende Detektions- und Netzwerksysteme
  • Quantenmetrologie und -sensorik 
  • Quantenkommunikation (QKD) 

Unsere Forschungsschwerpunkte

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Für eine skalierbare Lösung der Detektion von Zuständen in Ionenfallen bieten SPADs einen kryotauglichen, integrierbaren Ansatz.

Für die nahtlose Integration in Ionenfallen stellt das Fraunhofer IMS SPADs mit führenden Werten im Bereich Dunkelzählrate (DCR) und Photonendetektionsrate (PDE) in den relevanten Wellenlängenbereichen (UV bis Nahinfrarot) bereit. Die Erhöhung des dadurch entstehenden Signal-zu-Rausch Verhältnis beschleunigt direkt die notwendigen Qubit-Messungen und reduziert damit drastisch die Rechenzeit und die notwendige Fehlerkorrektur.
Über Wafer-zu-Wafer Bonding und BSI-Konfiguration kann zudem benötigte Steuerelektronik in einem CMOS-Prozess direkt unter der SPAD integriert werden. Um zusätzlich Umgebungslicht zu reduzieren und die Detektionsrate zu erhöhen, werden Filter und Linsen implementiert.

In der Zusammenarbeit können somit innovative Prototypen passgenau für den Anwendungsfall entwickelt und in die Vorserienfertigung überführt werden.

Zukünftig können somit wirkungsvolle Ionenfallensysteme für hochpräzise Messungen wie Atomuhren oder über Verschränkung für Quantencomputer eingesetzt werden und zählen daher zu den vielversprechendsten Technologien in der zweiten Quantenrevolution.

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PICs (Photonisch integrierte Schaltkreise) ermöglichen eine radikale Verdichtung von Quantensystemen auf derselben Fläche und legen so den Grundstein für eine skalierbare Quantenarchitektur.

Das Fraunhofer IMS bietet Fertigungsprozesse, etwa solche, in denen Photodioden flexibel in PICs platziert werden, genau dort, wo das Detektionsergebnis benötigt wird. Die direkte Verbindung von Wellenleiter zu Photodiode reduziert effektiv die Größe des Messaufbaus und die Menge an Verbindungen von Wellenleiter zu Faser oder Freistrahloptik. Durch diese direkte Co-Integration beider Domänen auf 8 Zoll Wafern (200mm) werden kurze Signalverzögerungen mit hoher Bandbreite für schnelle Feedbackleitungen z.B. zur Laserstabilisierung ermöglicht.

Erfahren Sie mehr über das PIC-Portfolio sowie weitere Details auf der PIC-Technologie-Seite.

Infomaterial

 

Datenblatt »CMOS-Compatible Solutions for Scalable Trapped-Ion Quantum Computing«

 

Datenblatt »Customizable Post-CMOS photonics platform«

 

Flyer »Technology Services«

 

Poster »Integrated Detection System for Ion Trap Quantum Computers«

 

Technology (Home)

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