Fraunhofer IMS treibt SQale-Projekt voran

Kick-off für skalierbaren Ionenfallen-Quantencomputer mit über 200 Qubits

Duisburg, 18. Februar 2026 – Das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS spielt eine Schlüsselrolle im SQale-Projekt, das am 11. Februar 2026 gestartet wurde. Als wichtiger Unterauftragnehmer entwickelt das IMS zusammen mit dem Fraunhofer ISIT integrierte Wellenleitersysteme mit aktiven Wellenleitermodulatoren, die für die Skalierbarkeit von Ionenfallen-basierten Quantencomputern essenziell sind und direkt an den Ionenfallensystemen von neQxt getestet werden.

© neQxt GmbH
Gruppenbild der Teilnehmenden am Kick-off-Meeting des Projekts SQale am 11. Februar 2026 in Weiterstadt
© neQxt GmbH
Eine komplexe von neQxt gefertigte 3D-Ionenfalle

Unter der Leitung der neQxt GmbH und in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich wird SQale vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 18,4 Millionen Euro über vier Jahre gefördert. Das Projekt zielt auf über 200 vernetzte Qubits mit weltweit führenden niedrigen Fehlerraten ab, um NISQ-Algorithmen (Noisy Intermediate-Scale Quantum) zu validieren und den Weg für fehlerkorrektes Quantencomputing zu ebnen.

IMS-Beitrag: Photonische Schaltkreise als Rückgrat der Quantentechnologie

Beim Kick-off-Meeting in Weiterstadt bei Darmstadt präsentierten alle Partner ihre Rollen. Das IMS entwickelt speziell für SQale integrierte photonische Lösungen, die eine kompakte und präzise Kontrolle des Lichts in Quantensystemen ermöglichen und so die Skalierung hin zu industriellen Anwendungen vorantreiben.

Prof. Dr. Anna Lena Schall-Giesecke, Head of Technology am Fraunhofer IMS, betont: »Integrierte photonische Schaltkreise bilden das Rückgrat zukünftiger Quantentechnologien. Als Schlüsseltechnologie für Ionenfallen-Quantencomputer ermöglichen sie eine präzise Lichtsteuerung auf kleinstem Raum – und damit einen entscheidenden Schritt hin zu skalierbaren, industriell nutzbaren Quantenprozessoren. Wir entwickeln hierfür die passgenaue Technologie.«

neQxt koordiniert das Projekt, baut Ionenfallen, Hardware und Software, während das Forschungszentrum Jülich (FZJ) robuste Fehlerkorrekturalgorithmen entwickelt. Ergänzt werden diese durch Beiträge von Cavity Technologies und dem Ferdinand-Braun-Institut FBH zu Lasern und optischen Resonatoren.

Ziel: Quantenrechenzentrum und technologische Souveränität

SQale legt den Grundstein für modulare Systeme mit Tausenden Qubits und ein Cloud-basiertes Quantenrechenzentrum in Deutschland. Dies stärkt die digitale Souveränität und ermöglicht Anwendungen in Chemie, Materialforschung und Optimierung, die klassische Computer übersteigen.

Dr. Björn Lekitsch, CTO bei neQxt und Projektleiter: »SQale markiert einen Sprung in der Hardware-Entwicklung und legt den Grundstein für Skalierung und Kommerzialisierung.« Prof. Dr. Markus Müller vom FZ Jülich unterstreicht die Bedeutung der Grundlagenforschung für fehlertolerantes Quantencomputing.

 

 

Weitere Informationen

https://www.quantensysteme.info/projektatlas/projekte/q/sqale – Steckbrief über das Projekt SQale

Projektpartner:

Über neQxt

Die neQxt GmbH ist ein Full-Stack-Quantencomputing-Unternehmen und deckt das gesamte Spektrum von der Fertigung der Hardware bis zur Software-Entwicklung ab. neQxt ist eine Ausgründung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die aus der Arbeitsgruppe Schmidt-Kaler hervorgegangen ist. Dadurch kann das Unternehmen auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Ionenfallen-Quantencomputer zurückgreifen. Zum Produktportfolio von neQxt gehören Quantencomputing-Simulatoren, portable Quantencomputer-Systeme, Cloud-Zugang zu Quantencomputern sowie Enabling-Technologien.
https://www.neqxt.org/

Über Forschungszentrum Jülich

Forschungszentrum Jülich GmbH ist eine der größten interdisziplinären Forschungseinrichtungen Europas und Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Peter-Grünberg-Institut PGI-2 unter Leitung von Prof. Dr. Markus Müller beschäftigt sich mit der theoretischen Erforschung und Entwicklung von Konzepten für skalierbare Quanteninformationsverarbeitung.  Die Forschungsgruppe für theoretische Quantentechnologien befasst sich schwerpunktmäßig mit der Erforschung und Umsetzung von Methoden der Quantenfehlerkorrektur und des fehlertoleranten Quantencomputings. Dies geschieht oft in enger Zusammenarbeit mit führenden, auf verschiedenen Quantenhardware-Plattformen tätigen experimentellen Teams, insbesondere mit gefangenen Ionen, Neutalatomen wie auch festkörperbasierten Ansätzen wie supraleitenden Qubits.

https://www.fz-juelich.de/

 

Unterauftragnehmer:

Über das Fraunhofer IMS

Mit intelligenten Sensorsystemen gestaltet das Fraunhofer IMS eine sichere und nachhaltige Zukunft. In hochmodern ausgestatteten Laboren forschen über 220 wissenschaftliche Mitarbeitende und Studierende an innovativen mikroelektronischen Lösungen. Als zuverlässiger Forschungs- und Entwicklungspartner realisiert das Institut maßgeschneiderte Sensorik und Elektronik für Anwendungen in Gesundheit, Industrie, Mobilität, Raumfahrt sowie für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien.

Dabei bringt das Fraunhofer IMS biomedizinische und optische Sensoren, photonische und integrierte Halbleitertechnologien sowie eingebettete und generative Künstliche Intelligenz zusammen. Ergänzt wird dieses Portfolio durch ASIC- und Mixed-Signal-Designs, MEMS- und ALD-Verfahren sowie Wafer-Level- und heterogene Integration.

Die Lösungen des Fraunhofer IMS überzeugen durch hohe Integrationsfähigkeit, Energieeffizienz und Zuverlässigkeit auch unter anspruchsvollen Bedingungen. Sie ermöglichen es, den Transfer von Halbleitertechnologien und -prozesse vom Labor über Pilotprojekte bis zur industriellen Fertigung (Lab-to-Fab) zu skalieren.

https://www.ims.fraunhofer.de/

Über das Fraunhofer ISIT

Das Fraunhofer-Institut für Silizium-Technologie (ISIT)
https://www.isit.fraunhofer.de/

 

Über das FBH

Das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH)

https://www.fbh-berlin.de/

Über Cavity Technologies

CAVITY technologies UG

https://www.cavity-technologies.com/

 

Das Projekt SQale wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.