Verbundprojekt I-CHECK-HEART | Lesezeit 2 Min.

Fraunhofer IMS liefert KI-Kompetenz für die digitale Herz-Nachsorge von Immuntherapie-Patientinnen und -Patienten

Duisburg, 24. März 2026 – Immuntherapien eröffnen neue Chancen in der Krebsbehandlung, bringen jedoch auch kardiovaskuläre Risiken mit sich. Unter der Leitung des Universitätsklinikum Essen entsteht im Projekt I-CHECK-HEART eine KI-gestützte Lösung für eine strukturierte und personalisierte kardio-onkologische Nachsorge. Das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS bringt dafür seine Expertise in der intelligenten Sensor- und Vitaldatenanalyse ein, um Risiken frühzeitig erkennbar zu machen und die Versorgung nachhaltig zu verbessern.

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Im Rahmen des Weltkrebstages wurde Vertreterinnen und Vertretern des I-CHECK-HEART-Konsortiums die Förderurkunde übergeben (v.l.): Prof. Dr. med. Tienush Rassaf, PD Dr. Raluca Ileana Mincu, Prof. Dr. Albert Sickmann, Prof. Dr. Mitra Tewes und Caroline Reßing.
Die KI-gestützte Analyse von Vitaldaten unterstützt die personalisierte Nachsorge von Patientinnen und Patienten nach Immuntherapie.

Immuntherapien haben die Krebsbehandlung grundlegend verändert. Gleichzeitig können dabei zunehmend kardiovaskuläre Nebenwirkungen auftreten, die eine strukturierte und langfristige Nachsorge erforderlich machen. Hier setzt I-CHECK-HEART (»ImmunCHECKpoint-InHibitor assoziierte kardio-onkologischE NAchsorge duRch Künstliche-Intelligenz-gestützte Technologien (I-CHECK-HEART)«) an: Durch kontinuierliches Monitoring, intelligente Datenanalyse und individualisierte Risikobewertung soll die Versorgung von Krebsüberlebenden nachhaltig verbessert werden.

KI-basierte Sensor- und Vitaldatenanalyse aus Duisburg

Das Fraunhofer IMS übernimmt im Projekt die Entwicklung KI-basierter Verfahren zur Analyse von Sensor- und Vitaldaten. Ziel ist es, relevante Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Risikomuster automatisiert zu identifizieren. Die entwickelten Algorithmen sollen robuste, datenschutzkonforme und praxistaugliche Lösungen für den klinischen Alltag ermöglichen. »Durch die Kombination aus Mikroelektronik, intelligenter Signalverarbeitung und KI schaffen wir die Grundlage für eine zuverlässige, kontinuierliche Auswertung physiologischer Daten«, erläutert Caroline Reßing vom Fraunhofer IMS. »So können potenziell kritische Entwicklungen früh erkannt und gezielte Interventionen unterstützt werden.«

Interdisziplinäres Konsortium

Das Projekt wird vom Universitätsklinikum Essen koordiniert und vereint Expertise aus Kardiologie, Dermatoonkologie und Palliativmedizin. Neben dem Fraunhofer IMS sind unter anderem das Forschungszentrum Jülich sowie das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS - e. V. beteiligt. Die App-Entwicklung zur digitalen Begleitung von Patientinnen und Patienten erfolgt gemeinsam mit dem Unternehmen Fimo Health GmbH.

 

I-CHECK-HEART wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Die Gesamtfördersumme beträgt 1.798.176 Euro bei einer Laufzeit vom 1. März 2026 bis zum 28. Februar 2029 (Förderkennzeichen:16SV9602).

Mit I-CHECK-HEART stärkt das Fraunhofer IMS seine Aktivitäten im Bereich KI-gestützter Medizintechnik und trägt dazu bei, innovative Technologien in eine strukturierte, sichere und patientenzentrierte Versorgung zu überführen.