Halbleiter-Chip mit integrierter künstlicher Intelligenz detektiert Herzerkrankungen

ARTEMIS-System
© Fraunhofer IMS
Schematische Darstellung der Funktionsweise des miniaturisierten ARTEMIS-Systems. Die KI-Analyse zur Auswertung und Klassifizierung von Patienten-Daten hilft die Gesundheit des Patienten zu erhalten und führt gleichzeitig zu einer Entlastung des medizinischen Personals.
© Fraunhofer IMS
Fraunhofer IMS als Aussteller auf der COMPAMED 2021

Vorhofflimmern (VHF) gehört mit fast zwei Millionen Betroffenen zu den großen Volkskrankheiten in Deutschland. Ein zu spät erkanntes VHF kann für Patienten fatale Folgen wie einen Schlaganfall nach sich ziehen. Durch eine frühzeitige Intervention könnten solch schwere Auswirkungen vermieden werden.

Unter maßgeblicher Beteiligung des IMS möchte das „ARTEMIS“-Konsortium für dieses Krankheitsbild eine effiziente, digitale Gesundheitsversorgung bereitstellen.

Die Hauptinnovation besteht in einer, auf künstlicher Intelligenz (KI) basierten, miniaturisierten EKG-Elektronik, welche in Echtzeit direkt am Patienten Vorhofflimmern erkennt.

Durch die in einer Halbleiterschaltung - und Software etablierte KI-Datenanalyse werden kritische Veränderungen im EKG detektiert. Die Ergebnisse werden mit dem 5G-Standard schnell und sicher in die elektronische Patientenakte übertragen.

Die „KI” unterstützt indem sie große Datenmengen analysiert, aufbereitet und Entscheidungshilfen liefert. Das med. Personal wird aufgrund der Voranalyse der Patientendaten frühzeitig auf eine möglicherweise lebensbedrohliche Situation aufmerksam gemacht und kann entsprechend intervenieren.

Die Machbarkeit der Erkennung von Herzrhythmusstörungen mittels maschinellen Lernens wurde von den Wissenschaftlern des IMS bereits sehr erfolgreich demonstriert. Durch den niedrigen Energiebedarf des IMS-Konzeptes wird ein besonders kleines Monitoring-System möglich, welches den Tragekomfort und die Akzeptanz von Patienten erhöht.

Im Konsortium sind erfahrene Inverkehrbringer, Hersteller sowie medizinische Leistungserbringer die nach dem dreijährigen Forschungsprojekt eine zielgerichtete Verwertung sicherstellen. Konsortialführer ist die getemed Medizin- und Informationstechnik AG. Weitere Projektbeteiligte sind die Charité – Universitätsmedizin, die CYIENT GmbH und die SYNIOS GmbH.

Das Projekt wird unter dem Förderkennzeichen 13GW0579 vom BMBF gefördert